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Biographie


Hans-Jürgen Perrey wird Ende 1951 in Hamburg-Wandsbek geboren und verlebt Kinder- und Jugendjahre im holsteinischen Hoisdorf. Seit 1972 studiert er an der Universität Hamburg Geschichte und Germanistik. Nach dem Referendariat unterrichtet er zunächst am Emil-von-Behring-Gymnasium in Großhansdorf. 1983 wechselt er ans Gymnasium Trittau, das er mit aufbaut.

Parallel zu Lehrertätigkeit entsteht am Fachbereich für Osteuropäische Geschichte der Universität Hamburg die Dissertation über die deutsch-sowjetischen Wirtschaftsbeziehungen der Zwischenkriegszeit (s. Publikationen). Doktorvater der 1983 abgeschlossenen Arbeit ist Professor Klaus-Detlev Grothusen.
Seit 1980/81 entsteht auch eine Reihe Erzählungen, frühe Fingerübungen gewissermaßen. Es folgen 1988 und 1991 die beiden Jugendromane »Zeitzeugen gesucht« und »Serjoscha der Bandit«, die im Hoch-Verlag erscheinen und auch ins Japanische und Finnische übersetzt werden.

1985 beginnen intensive Recherchen und Forschungen über den weitgehend vergessenen Schriftsteller und Biographen Emil Ludwig (1881-1948). Dieses Projekt wird jedoch unterbrochen, als Perrey 1986 von der »Kulturstiftung Stormarn« beauftragt wird, eine Geschichte des Kreises Stormarn in preußischer Zeit (1867-1947) zu erarbeiten. Wie es ihm hiermit ergangen ist, hat er in »Stormarns preußische Jahre: eine Geschichtsliebe« erzählt. Wieder abgedruckt ist der Artikel in dem Band »Mein Stormarn«.

Als es 1989/90 zur deutsch-europäischen Wiedervereinigung kommt, wird der Blick stark auf die vergessenen Geschichtsregionen der untergegangenen DDR gelenkt. Zusammen mit seiner Frau Gudrun, die die VHS Trittau bis Ende 2013 leitete, führt Perrey zahlreiche Studien- und Gruppenreisen u.a. nach Thüringen und in die Mark Brandenburg durch. Hier reift auch die Idee, Fontanes Verhältnis zu Hamburg und Schleswig-Holstein näher zu beleuchten.

In diesem Zusammenhang entsteht auch die Erzählung »Fontane und Bismarck« sowie der Aufsatz »„Nirgends ist ihm ganz zu trauen“. Bismarck im Urteil Theodor Fontanes«. In der Erzählung kommt es zu einem fiktiven Treffen der beiden großen Preußen-Deutschen, in dem wissenschaftlichen Aufsatz korrigiert Perrey Teile der Fontane-Forschung dahingehend, daß es eine persönliche Begegnung nie gegeben hat.
Die 20jährige intensive Beschäftigung mit der Regionlgeschichte vermittelt dem Autor schließlich wichtige Anregungen für das eigentliche, das literarische Werk. Diesem wird verstärkt ein authentischer Raum im konkreten zeithistorischen Kontext zugewiesen, wie in »Leutnant Hildebrand« oder »Hitlers letzte Reise« deutlich wird.

Bis 2006 veröffentlichte Perrey seine Arbeiten im Schwanenverlag. Dieser war klein, garantierte aber die künstlerische Autonomie, ohne die Schreiben für den Autor nicht denkbar wäre. Zitiert sei nur Ludolf, der Protagonist der Künstlernovelle »Dichters Ort«, dessen Ansichten der Autor ansonsten keineswegs immer teilt:

»Ich habe eine Allergie gegen Leute, die sich in meine Texte einmischen. Ich will schreiben, ohne daß ein Lektor oder sonstwer in meine künstlerische Souveränität eingreift oder ein Verlag mir in meine Ideen hineinredet. Was bei Komponisten oder Malern selbstverständlich ist, möchte ich auch für mich in Anspruch nehmen. Ken­nen Sie einen Galeristen, der zum Pinsel greift, im Bild des Künstlers herumpfuscht oder das Format mit der Schere zurechtstutzt? Oder einen Musikverleger, der in einer Partitur Veränderungen vornimmt?«

Mit seiner Frau Gudrun ist der Autor seit 1975 verheiratet. Die drei Kinder, die die mehr als 25jährige Schriftstellertätigkeit des Vaters nolens volens begleitet haben, sind inzwischen erwachsen. Perrey und seine Frau leben heute in Trittau – seinem Billenburg?